
Seit 2020 trägt das Museum den Namen Museum am Dom und stellt sich nach einem Re-Branding der Frage: Wie zeigt sich Gott im Museum? Sakrale Kunst erschließt sich heute oft nicht mehr von selbst, da ihre historische Bildsprache fremd geworden ist. Das Museum am Dom reagiert darauf mit zeitgemäßen Vermittlungsangeboten, die neue Zugänge eröffnen und Kunst erfahrbar machen.
Als Ort der Kontemplation, Begegnung und des Dialogs lädt das Museum dazu ein, sich mit Glauben, Kunst und den Fragen der Gegenwart auseinanderzusetzen. So öffnet sich Kirche im Museum für neue Perspektiven und einen lebendigen Austausch.
Das Museum am Dom wird 1888 von Johannes Fahrngruber als erstes Diözesanmuseum in Österreich gegründet. Im Zuge der Umbrüche des späten 19. Jahrhunderts rückt die Beschäftigung mit der eigenen Vergangenheit in den Vordergrund. Untergebracht in der barocken Klosterbibliothek des ehemaligen Augustiner-Chorherrenstifts, bilden Sammlung und Räume den Kern des Museums.
Auch heute noch gelangen sakrale Objekte aus dem kirchlichen Gebrauch in die Sammlung und werden als kulturelles Erbe bewahrt. Das Museum am Dom St. Pölten ist ein zentraler Ort für die Erhaltung, Erforschung und Vermittlung des kirchlichen Kunstguts der Diözese St. Pölten und macht dessen historische, spirituelle und kulturelle Bedeutung einem breiten Publikum zugänglich.

Highlights der Museumssammlung können unter den Schlagwörtern „Glaube, Liebe, Hoffnung“ in der Dauerausstellung entdeckt werden: Neben gotischen Skulpturen und Altären und barocken Gemälden sind auch zwei barocke Bibliotheken Teil des Rundganges. Auch die Geschichte des ehemaligen Stiftes und der heutigen Diözese St. Pölten werden beleuchtet.

Jahresausstellungen. Neue Perspektiven auf kirchliches Erbe
Bei den Jahresausstellungen werden verschiedene Themen aus den Bereichen Sakralkunst, Denkmalpflege, Liturgie und Gesellschaft in den Mittelpunkt gestellt und mit aktuellen Fragestellungen in Verbindung gebracht. Leihgaben aus Diözesanpfarren, Stiften und Klöstern ergänzen dabei die Museumssammlung. Jedes zweite Jahr wird zusätzlich eine Winterausstellung gezeigt.

Das barocke Oratorium, ursprünglich als Sakralraum genutzt, wurde 2026 zu einem Schaudepot umgewandelt. Es macht es einen Teil der sonst nicht öffentlich zugänglichen Sammlung sichtbar und ermöglicht einen unmittelbaren Einblick in die Vielfalt der Museumsbestände. Die Gestaltung des Schaudepots stammt von Karoline Kirner und entstand als Abschlussprojekt an der FH Joanneum Graz.
Das Schaudepot ist nur im Rahmen von Führungen zugänglich.

Die Ausstellung „Wir sind Gefangene des Augenblickes“ befindet sich im ehemaligen Luftschutzkeller unter dem Bistumsgebäude der Diözese St. Pölten. Sie bietet Einblicke in die bangen Stunden, die die Bevölkerung rund um den Domplatz während der Bombardements 1945 dort verbracht hat.

Als Bischofskirche ist der St. Pöltner Dom das Zentrum des gelebten Glaubens in unserer Diözese. Gerne bieten wir auch hier Führungen an, bei denen Sie mehr über die Entwicklung von der Kloster- zur Domkirche und von der spätromanischen Basilika zur heute noch erhaltenen Barockkirche erfahren können.

Neben kunstvollen Monstranzen und Kelchen wird in der Schatz- und Paramentenkammer der große Bestand an Paramenten (Messgewänder) in den verschiedenen liturgischen Farben gelagert. Einige Stücke stammen aus dem Bestand der Englischen Fräulein St. Pölten (heute Congregatio Jesu). Dazu zählt auch ein Ornat, an dem Maria Theresia selbst mitgewirkt haben soll.
Die Schatzkammer ist nur im Rahmen von Führungen zugänglich.
Sie interessieren sich für kirchliche Kunst und fragen sich, wo es noch weitere Museen zu diesem Thema gibt?
Das Museum am Dom St. Pölten ist Teil der internationalen Arbeitsgemeinschaft Kirchlicher Museen und Schatzkammern im deutschsprachigen Raum. Neben zahlreichen diözesanen Museen sind dabei auch viele Museen der Stifte und Klöster aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden und Ungarn vertreten. Zur Homepage der Arbeitsgemeinschaft geht es HIER. Viel Freude beim Schmökern!
